Chai-Dattel-Kuchen

Ob Sommer oder Winter, ob unterwegs oder zu Hause, ob durstig oder einfach nur genießend, ob krank oder quieschtfidel…, Tee geht bei mir einfach immer. Egal aus welchen Teilen der vielen verschiedenen Pflanzen er auch zubereitet wird, ich finde ihn in jeglicher Form sehr faszinierend und er ist, neben Wasser, das Getränk meiner Wahl. Während fast allerorts trendige Kaffeespezialitäten geschlürft und die Künste der Baristas bewundert werden, träume ich von einer großen Tasse perfekt zubereitetem Tee (fernab von schnöden Beuteln und lauwarmem Wasser). Und von Menschen, die vom Anbau über die Ernte und die Verarbeitung wirklich alles über Tee wissen, die sogar am Teesatz erkennen, um welche Pflückung und den wievielten Aufguss es sich handelt. Solche Tee-Sommeliers gibt es tatsächlich und ihnen gilt meine ganze Bewunderung. Auch wenn ich kein Fünkchen mit ihnen mithalten kann, so liebe ich Teehäuser und –zeremonien und zelebriere das Ritual des Teekochens und der –stunde so oft ich nur kann. In meiner Wohneküche ist die Teebar einer der wichtigsten und best gepflegtesten Plätze und ich achte stets darauf, dass sie gut gefüllt ist. Irgendwann habe ich entdeckt, dass man Tee nicht nur trinken, sondern mit ihm auch fantastisch kochen und backen kann: Cremes aromatisieren, Teige verfeinern oder Pudding zubereiten – wie so oft sind die Möglichkeiten grenzenlos. Nach Earl-Grey-Törtchen und Tee-Zitrus-Götterspeise, die in meinen Büchern zu finden sind, habe ich auch schon ein Chai-Eis kreiert, das herrlich zimtig ist und deshalb sehr gut in den Winter passt. Heute wollte ich nicht nur den Aufguss des Gewürztees, sondern ihn selbst in seiner ganzen Pracht verwenden und so landete er, fein vermahlen, in einem Kastenkuchen, wo er zusammen mit Datteln, Nüssen, Tahin und Schokostreuseln ein totales Dreamteam bildet. Würzig, wärmend und herrlich lecker – also genau das Richtige für kalte Novembertage.

Chai-Dattel-Kuchen

Veganer Chai-Dattel-Kuchen mit Schokostreuseln (für eine Kastenform mit 22 cm Länge)

Zutaten

Für die Streusel

  • 70 g Dinkelmehl (Typ 700)
  • 20 g Schoko-Puddingpulver
  • 40 g Kokosblütenzucker, alternativ: feiner Rohrohrzucker
  • 45 g Margarine oder vegane Butter

Für den Rührteig

  • 125 g Datteln, getrocknet
  • 150 g Hafer- oder Mandelmilch
  • 60 g Nüsse (z.B. Wal- oder Haselnüsse oder gemischt)
  • 10-15 g Gewürztee-Mischung, lose (siehe Tipp unten)
  • 200 g Dinkelmehl (Typ 700)
  • 75 g Dinkel-Vollkornmehl
  • 2,5 TL Weinsteinbackpulver
  • ½ TL Vanille, gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 20 g Mandelmus
  • 20 g Tahin
  • 20 g Öl, geschmacksneutral
  • 200 ml Wasser

Chai-Dattel-Kuchen

Zubereitung

Für die Streusel Mehl mit Puddingpulver, Zucker und Margarine in eine Schüssel geben und zügig zu Streuseln verkneten. Anschließend kalt stellen.

Datteln in der Milch 10-15 Minuten einweichen, anschließend zu einer glatten Creme mixen und zur Seite stellen.

Die Nüsse zusammen mit dem Gewürz-Tee im Blitzhacker fein vermahlen. Anschließend die Mischung mit Mehlen, Backpulver, Vanille und Salz in eine Schüssel geben und alles gut miteinander vermischen.
Mandelmus, Tahin, Öl und Wasser in einer separaten Schüssel miteinander verrühren und die Dattelcreme hinzufügen. Dann diese flüssige Masse zu den trockenen Zutaten geben und verrühren, bis ein homogener Teig entstanden ist. Diesen in eine gefettete Kastenform füllen. Die Schokostreusel gleichmäßig darüber verteilen und leicht eindrücken. Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad 45-50 Minuten backen, bis der Kuchen schön gebräunt ist (Stäbchenprobe nicht vergessen). Leicht abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen.

Anschneiden und genießen.

Chai-Dattel-Kuchen

 

  • TIPP: Gewürzetee besteht aus Zimt, Kardamom, Ingwer, Gewürznelken und schwarzem Pfeffer und ist in dieser Zusammensetzung im Handel unter dem Namen Chai-Tee zu finden. Dies ist allerdings ein Überbegriff, der auch für Mischungen mit Schwarztee und den oben genannten Gewürzen zum Einsatz kommt. Ich verwende für meinen Kuchen die reine Gewürzmischung. Es gibt sie zum Beispiel von Yogitee oder auch von Tee Gschwendner. Die genaue Menge hängt von der gewünschten Geschmacksintensität ab. Ich mag es ordentlich zimtig und habe deshalb 15 g vermahlen, wer ist weniger aromatisch möchte, sollte vorsichtiger dosieren.

 

 

12 Kommentare

  1. 5. November 2016 Kirschbiene

    Huhu Brigitte,
    der Kuchen sieht mal wieder herrlich aus und passt einfach perfekt in diese Jahreszeit! Teatime liebe ich ebenfalls sehr, wobei ich gestehen muss, dass es bei mir meist nur zu Beuteltee reicht – das ist so schön praktisch und geht schnell … Doch es gibt abseits davon sicherlich viel mehr zu entdecken, als ich ahne und echte Teekenner würden angesichts von Teebeuteln sicherlich die Nase rümpfen ;-). Da kenne ich mich mit Kaffeebohnen, Espresso, Latte Macchiato & Co tatsächlich besser aus ;-).
    Liebe Grüße
    Bianca

    1. 6. November 2016 B.B.'s Bakery

      Liebe Bianca,
      freut mich total, dass Dir mein Kuchen gefällt (obwohl er diesmal gar nicht glutenfrei ist).
      In meiner Teebar findet sich auch Beuteltee und da gibt es inzwischen auch echt leckere Sorten in sehr guter Qualität. Und wie Du schreibst: Wenn es schnell gehen muss, ist das einfach super praktisch. Aber in Cafés würde ich einfach keinen Beuteltee erwarten, am Etikett kann man dann manchmal auch noch eine billige No-Name-Sorte erkennen, was mich bei so manchen Preisen pro Tasse echt wütend macht. Alles in allem wird Tee hierzulande einfach unterschätzt, aber dazwischen stoße ich immer mal wieder auf Teehäuser, die echte Perlen sind, das ist dann ein richtiges Erlebnis.
      Süße Grüße
      Brigitte

      1. 7. November 2016 Kirschbiene

        Huhu Brigitte,
        es kann ja nicht jedes Rezept hier glutenfrei sein – ich freue mich natürlich sehr über glutenfreie Optionen, aber manchmal lasse ich mich auch einfach gern nur so inspirieren :-).
        Du hast recht, es gibt wirklich tolle Beuteltees in guter Qualität. Hast du eine spezielle Lieblingssorte oder -marke? Ich mag im Moment die Pukka-Tees sehr gern, da probiere ich mich gerade durch diverse Sorten.
        Stimmt, Tee ist definitiv etwas, das leicht unterschätzt wird. Ich kenne nur wenige Cafés, in denen man NICHT lediglich nur heißes Wasser und einen losen Beutel serviert bekommt. Da haben Latte Macchiato und Cappuccino definitiv einen Vorsprung, weil sie oft sorgfältiger und bewusster zubereitet werden.
        Liebe Grüße
        Bianca

        1. 7. November 2016 B.B.'s Bakery

          Liebe Bianca,

          ja, genau, das geht mir ja auch so: Oftmals reicht die Inspiration, um eben ein Rezept weiterzuentwickeln oder entsprechend abzuwandeln (unser virtuelles Backkränzchen lässt grüßen, hihi).
          Die Pukka-Tees finde ich auch super, ansonsten mag ich viele Sorten von „Higher Living“, „Shoti Maa“ und natürlich „Yogi Tea“ (alles im Bioladen erhältlich).
          Ansonsten kaufe ich Schwarz-, Grün-, und Kräutertee am liebsten lose, da kann man dann auch an Proben riechen oder sich beraten lassen. 🙂
          Süße Grüße
          Brigitte

  2. 6. November 2016 Philipp

    Hi,

    das Rezept sieht super lecker aus!

    MFG Philipp

    1. 6. November 2016 B.B.'s Bakery

      Vielen Dank, lieber Philipp, das freut mich sehr!
      Süße Grüße
      Brigitte

  3. 6. November 2016 Mathilde

    Hallo! Hab gerade deine Rezept nachgemacht und OMG ich kann nicht warten, dass das Kuchen auskühlt! Es riecht total lecker in meiner ganzen Wohnung und es schmeckt so gut!!! Danke für die Rezepte, ich bin so glücklich, dass ich dein Blog gefunden habe!

    Liebe Grüsse aus der (französisch-sprarigen) Schweiz!

    Mathilde

    1. 6. November 2016 B.B.'s Bakery

      Chère Mathilde,

      merci, merci bien pour tes mots gentils. Je suis très contente de ce feed-back. Amuse-toi très bien avec mes recettes en l’avenir.
      Bisous
      Brigitte

  4. 7. November 2016 Elisabeth

    Liebe Brigitte,
    der Kuchen klingt wieder mal fantastisch! Ich liebe Chai Tee, allerdings am liebsten die Variante mit Schwarztee dabei. Generell bin ich auch eher eine Tee- als eine Kaffeetrinkerin 🙂
    Das Rezept merke ich mir gleich mal vor für’s Wochenende!
    Liebe Grüße,
    Elisabeth

    1. 7. November 2016 B.B.'s Bakery

      Liebe Elisabeth,
      oh, das freut mich sehr, dass Dir mein Kuchen so zusagt. Ich liebe Zimt (und auch Lebkuchengewürz) sehr und so gibt es den bei mir ohnehin das ganze Jahr. Die Chai-Schwarztee-Variante ist auch toll und ich denke, dass man die für dieses Rezept auch nehmen kann – ausprobiert habe ich es aber noch nicht.
      Süße Grüße
      Brigitte

  5. 7. November 2016 Ela

    Mhhm dieser Kuchen klingt ganz nach meinem Geschmack! Tolle Idee mit den Streuseln, das hat man ja sonst bei Kastenkuchen eher selten.
    Liebe Grüße
    Ela

    1. 7. November 2016 B.B.'s Bakery

      Liebe Ela,

      super, das freut mich sehr! Herzlichen Dank für Dein Feedback.
      Ja, ich finde Streusel in Verbindung mit Kastenkuchen total super und habe das schon öfters gemacht, dieser leichte Crunch in Verbindung mit flaumigem Teig ist einfachh klasse. 🙂
      Süße Grüße
      Brigitte

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