Marillen-Lavendel-Küchlein

Ich bin mir ganz sicher, dass jeder Einzelne sie kennt und hat: die ganz persönlichen Sehnsuchtsorte. Orte, an die man sich träumt und wünscht, die einen irgendwie das ganze Leben lang begleiten oder an die man immer wieder zurückkehrt. Einer von ihnen ist für mich ein Garten in Niederösterreich mit üppigen Beersträuchern und alten Obstbäumen. Da es ihn in dieser Form leider nicht mehr gibt, tauchen seine leuchtenden Farben und reifen Sommerfrüchte nur noch auf Bildern und in meinen Gedanken auf. Leichter habe ich es da mit der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, die seit vielen, vielen Jahren einen unverrückbaren Platz in meinem Herzen hat. Die Vegetation, das Licht, die Sonne, die Gerüche, die Sprache und nicht zuletzt das französische savoir-vivre machten diesen Landstrich im Laufe der Zeit zu meinem Sehnsuchtsort par excellence.

Und wenn ich schon so oft an diese Fleckchen Erde denke, so ist es nicht verwunderlich, dass sie auch Einzug in meine Backstube erhalten haben. Vom Strudel bis hin zum Brioche, vom Polsterzipf bis hin zum Tartelette – die süßen Köstlichkeiten meiner Sehnsuchtsorte könnte ich mir nicht mehr wegdenken. Heute gibt es sogar eine Fusion aus beiden. Aromatische Marillen aus „meinem“ Garten und zarter Lavendel aus „meiner“ Provence  – geschmacklich und farblich ein Traumpärchen – vereint in flaumigen Küchlein. Das ist Sommer, das ist Glück, das stillt meine Sehnsucht. Lasst auch Ihr Euch entführen und verführen zugleich – ich wünsche Euch viel Freude beim Backen.

 

Marillen-Lavendel-Küchlein

Vegane Marillen-Lavendel-Küchlein (für runde Kuchenförmchen mit einem Durchmesser von 10 cm, ergibt 6 Stück)

Zutaten

Für die Küchlein

  • 300 g frische Marillen
  • 175 g Dinkelmehl (Type 700)
  • 2 TL getrocknete Lavendelblüten (siehe TIPP unten)
  • 25 g Mandeln, blanchiert
  • 2 gehäufte TL Weinsteinbackpulver
  • 60 g feiner Rohrohrzucker, alternativ: Birkenzucker
  • ¼ TL Vanille, gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Marillenmarmelade
  • 50 g Soja- oder Lupinenjoghurt (natur)
  • 30 g Öl, mit Mandelaroma, alternativ: geschmacksneutral
  • 110 ml Mineralwasser, prickelnd
  • 1-2 EL grüne Pistazien, gehackt

Für die Dekoration

  • Staubzucker aus Rohrohr- oder Birkenzucker
  • frische Lavendelblüten

 

Marillen-Lavendel-Küchlein

Zubereitung

Die Marillen waschen, trocken tupfen, halbieren und entkernen. 2-3 Stück in Streifen, den Rest in Würfel schneiden und bei Seite stellen.

Vom Mehl 2-3 EL mit den Lavendelblüten im Blitzhacker fein mahlen. Die Mandeln ebenso fein mahlen. Die Mehl-Blüten-Mischung zusammen mit restlichem Mehl, Mandeln, Backpulver, Zucker, Vanille und Salz in eine Schüssel geben und miteinander vermischen.

Marmelade mit Joghurt glatt rühren und mit Öl und Mineralwasser in einer separaten Schüssel vermischen. Anschließend zu den trockenen Zutaten geben und so lange verrühren, bis ein homogener Teig entstanden ist. Zuletzt die gewürfelten Marillen unterheben. Den Teig gleichmäßig in die gefetteten Kuchenförmchen füllen und glatt streichen. Mit den Marillenstreifen belegen und diese leicht eindrücken. Mit den Pistazien bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 175 °C 18-22 Minuten backen bis die Küchlein golden sind.

Komplett auskühlen lassen. Mit Staubzucker und frischen Lavendelblüten dekorieren, servieren und genießen. 🙂

 

Marillen-Lavendel-Küchlein

 

  • TIPP: Das feine Aroma des Lavendels kann bei Überdosierung schnell umschlagen, so dass am Ende alles nur noch nach Seife schmeckt. Deshalb vorsichtig dosieren, beim ersten Gebrauch vielleicht auch erst mal weniger verwenden, weiteres Zugeben ist schließlich immer möglich.

10 Kommentare

  1. 12. Juni 2017 Annelen

    Das hört sich wirklich nach Sehnsuchtsorten an. Da wünsche ich gleich mir so ein Tartelette ganz sehnsüchtig herbei! 😍😋

    1. 12. Juni 2017 B.B.'s Bakery

      Vielen Dank liebe Annelen für Deine lieben Worte. Sehr gerne würde ich Dich auf ein Küchlein einladen – zum gemeinsamen Schlemmen und Träumen! 🙂

  2. 12. Juni 2017 Kirschbiene

    Huhu Brigitte,
    oh ja, solche Sehnsuchtsorte kenne ich – bei mir ist dies ein Ort im hohen Norden und hat mit Möwengeschrei, Weite und Ozean zu tun :-).
    Ich kann dich also sooo gut verstehen, dass du dich gedanklich gern an deinen Sehnsuchtsort träumst! Und was für eine schöne Idee, diese Sehnsucht in Form von so zauberhaften Küchlein zu „verbacken“ :-).
    Ganz liebe Grüße
    Bianca

    1. 12. Juni 2017 B.B.'s Bakery

      Huhu liebe Bianca,
      ja, ich weiß, dass Dein Sehnsuchtsort im hohen Norden liegt und ich erinnere mich noch gut an Deine schönen Fotos vom letzten Jahr. An meine Sehnsuchtsorte denke ich eigentlich täglich – deshalb muss ich die typischen Aromen einfach regelmäßig verbacken. Was würde in Deinem Fall aus dem Ofen kommen? 😉
      Liebste Grüße
      Brigitte

      1. 13. Juni 2017 Kirschbiene

        Das finde ich ja schön, dass du beinahe täglich an deine Sehnsuchtsorte denkst. Ich hoffe, du kannst sie aber auch mal wieder in Natura erleben und „musst“ nicht nur davon träumen?
        Hm, was käme bei mir aus dem Ofen? Das wäre etwas extrem Süßes und Ungesundes *lach*, vermutlich „Kanelsnegl“ oder „Spandauer“ – also Blätterteig- oder Hefegebäck, das mit Pudding oder einer Butter-Zimt-Mischung gefüllt ist. Also insgesamt nicht sehr vegan ;-). Wenn ich mal gaaanz viel Kreativität aufbringe, versuche ich mich vielleicht mal an so etwas.
        Liebe Grüße
        Bianca

        1. 13. Juni 2017 B.B.'s Bakery

          Von meinen Sehnsuchtsorten zu träumen, bedeutet auch, eine Reise dorthin zu planen. 🙂
          Blätter- und Hefeteig funktionieren ja auch wunderbar vegan – glutenfrei sind sie halt etwas zickig…, ich bin sehr gespannt, ob ich irgendwann mal ein süßes „Sehnsuchtsgebäck“ bei Dir entdecken werde.
          Liebste Grüße
          Brigitte

          1. 13. Juni 2017 Kirschbiene

            Ach so, lese ich da also konkrete Reisepläne heraus? Wie schön :-). Wir möchten im August wieder eine Reise in den Norden unternehmen, was ja nicht mehr lange hin ist, mir aber gerade noch sooo weit entfernt vorkommt …
            Hast du schon einmal Blätterteig selbstgemacht? Ich befürchte, vegan UND glutenfrei wird das sicherlich nichts … Bei Hefeteig bin ich optimistischer, aber probiert habe ich das noch nicht. Mensch, jetzt hast du mich aber echt auf Ideen gebracht und ich grübele schon, ob ich mal mein „altes “ Zimtschneckenrezept glutenfrei ausprobieren sollte …
            Liebe Grüße
            Bianca

          2. 13. Juni 2017 B.B.'s Bakery

            Glutenfreien Blätterteig habe ich noch nie ausprobiert, aber Hefeteig schon öfters und ich habe damit sogar auch schon Zimtschnecken gemacht. Ich fand es sehr tricky, aber ich freue mich, dass ich Dich jetzt angestachelt habe, hihi.

  3. 23. Juni 2017 Tamara

    Liebe Brigitte,
    auf Suche nach Inspiration für den Backmarathon am Wochenende (alle Kinder haben Sommerfest und jedes Buffet möchte eine Kuchenspende;-) muss ich natürlich als erstes bei Dir vorbei vorbei schauen:-)
    Deine Sehnsuchts-Törtchen wecken auch in mir Erinnerungen – an DEN Aprikosenkuchen meiner Oma. Der war damals natürlich nicht vegan und ohne Lavendel. Da es bei uns dieses Jahr nochmal nach Italien und wieder nicht in die Provence geht, im Garten aber schon der Lavendel blüht… Ich glaube, ich vereine spontan Dein Rezept mit dem meiner Oma und träume mich mich nach Südfrankreich:-)
    Ein wunderschönes Wochenende wünsche ich Dir!
    Tamara

    1. 23. Juni 2017 B.B.'s Bakery

      Liebe Tamara,

      ach, ist das schön – ich danke Dir sehr für Deinen lieben Kommentar. Ja, Essen kann so viel in uns auslösen und ich freue mich sehr, dass es bei Dir Erinnerungen an Deine Oma und ihren leckeren Aprikosenkuchen sind. Dann wünsche ich Dir schönste/s Backvergnügen (auf dass die Buffets um einige vegane Köstlichkeiten reicher sein werden) und Träumereien – ich war heute gedanklich auch schon in der Provence (wieder mal ;-)).
      Süße Grüße
      Brigitte

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