Maroni-Schoko-Torteletts

„Was, Du hast noch gar keine Plätzchen gebacken? Nächste Woche ist doch schon der erste Advent“. Erstaunte Fragen und Blicke trafen mich diese Tage von einer Freundin. Ich komme direkt ins Stocken. Ich backe ja praktisch täglich, von daher kommt mir die Frage, ob ich noch nicht gebacken hätte, selbst etwas komisch vor. Aber es stimmt schon, prall gefüllte Keksdosen wird man bei mir wohl niemals finden. Und wenn ich in meinem Archiv stöbere, dann wird meine Vorliebe für winterliche Gewürze, Marzipan und Nüsse zwar deutlich, aber diese stecken meistens in Kuchen, Törtchen, Eis, Aufläufen oder rohköstlichen Kreationen, weniger aber in den altbekannten Klassikern. Ja, ich muss gestehen, dass ich gar nicht so eine typische Weihnachtsbäckerin bin und pünktlich vor dem Entzünden des ersten Lichtleins auf dem Adventskranz keine 20 verschiedenen Kekssorten parat habe.

Bitte verzeiht mir, Ihr lieben Rentier- und Tannenbaumfans, dass es hier wieder kein herkömmliches Rezept für Ausstechkekse gibt. Sie sind einfach nicht so mein Ding. Auch nicht, wenn noch Marmelade oder Schokolade dazukommen und auch nicht, wenn sie mich nostalgisch an meine Kindheit erinnern. Für meinen kleinen Haushalt denke ich ja grundsätzlich in reduzierten Mengen, ich backe und esse am liebsten frisch und probiere permanent neue Zutaten und Rezepte aus. Da passt alt bekanntes Dauergebäck irgendwie nicht so ins Konzept. Das heißt aber natürlich nicht, dass ich nicht gerne an Cookies knabbere oder dass es auf der weihnachtlichen Kaffeetafel weniger festlich zugeht, weil der typische Keksteller fehlt. Die Torteletts, die ich Euch heute mitgebracht habe, sind bereits für einen der bevorstehenden Feiertage fest eingeplant und passen mit Maronen, Mandeln, Schokolade, Zimt und Quitten als Zutaten perfekt in die Jahreszeit. Die fruchtige Komponente kann aber gegen jede andere gewünschte Geschmacksrichtung, wie beispielsweise Kirsche, Him- oder Johannisbeere, getauscht werden. Da Kastanienmehl glutenfrei ist, wollte ich die Tortellets auch  in einer komplett glutenfreien Variante backen – diese wurde ebenso köstlich und steht in keinster Weise nach.

Also all‘ Ihr PlätzchenfanatikerInnen, springt über Euren Schatten und gebt in der Adventszeit auch Törtchen eine Chance. Ihr werdet es nicht bereuen. 🙂

Maroni-Schoko-Torteletts

 

Vegane Maroni-Schoko-Torteletts (für Tortelettsförmchen mit 10 cm Durchmesser, ergibt 6-7 Stück)

Zutaten

Für die Maroni-Sahne-Creme

  • 100 g gegarte und geschälte Maroni (siehe Tipp unten)
  • 2-3 EL Hafer- oder Mandelsahne
  • 15 g weißes Mandelmus
  • 25 g Kakaobutter
  • ¼ TL Vanille, gemahlen
  • 130 g Schlagcreme
  • 25 g Birkenzucker, alternativ: feiner Rohrohrzucker

Für die Schoko-Böden

  • 30 g Mandeln
  • 100 g Dinkelmehl (Typ 700) (glutenfreie Variante siehe unten)
  • 50 g Kastanienmehl
  • 15 g Kakao
  • 85 g Birkenzucker, alternativ: feiner Rohrohrzucker
  • 2 gehäufte TL Weinsteinbackpulver
  • ½ TL Zimt, gemahlen
  • ½ TL Vanille, gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Soja-Joghurt (natur)
  • 25 g Öl, geschmacksneutral
  • 160 ml Wasser
  • 60 g Quittenmus, alternativ: Kirsch-, Himbeer- oder Johannisbeermarmelade oder jede andere Lieblingssorte

Für die Dekoration

  • 1-2 EL Mandelstifte, 3-4 gegarte und geschälte Maroni, 15-20 g Zartbitterschokolade

Maroni-Schoko-Torteletts

Zubereitung

Für die Sahne-Creme die Maroni mit Pflanzensahne zu einer feinen, glatten Masse pürieren. Kakaobutter mit Mandelmus in einer Schüssel über dem heißen Wasserbad vorsichtig schmelzen lassen, anschließend Vanille zugeben, unter das Maronipüree rühren und zur Seite stellen.
Schlagcreme mit Zucker fest aufschlagen. Anschließend die Maronimasse zur Sahne geben und nochmals kräftig untermixen, bis sich alles gut miteinander verbunden hat. Dann 3-4 Stunden kalt stellen.

Für die Böden die Mandeln im Blitzhacker fein mahlen und zusammen mit den Mehlen, Kakao, Zucker, Weinsteinbackpulver, Zimt, Vanille und Salz in einer Schüssel vermischen.
Joghurt, Öl und Wasser in einer separaten Schüssel miteinander verrühren. Dann diese flüssige Masse zu den trockenen Zutaten geben und verrühren, bis ein homogener Teig entstanden ist. Diesen in die gefettete Förmchen füllen und glatt streichen. Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad 22-24 Minuten backen. Leicht abkühlen lassen, dann aus den Förmchen lösen und auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen.

Die erkalteten Böden mit jeweils einem gehäuften Teelöffel  Mus bzw. Marmelade gleichmäßig bestreichen. Die Sahne-Creme in einen Dressiersack füllen und dekorativ auf die Törtchen spritzen.

Abschließend für die Dekoration die Maroni grob hacken, die Mandelstifte in einer Pfanne ohne Fett rösten und die Schokolade raspeln bzw. hacken. Die Törtchen damit dekorieren, sofort servieren und genießen.

 

Maroni-Schoko-Torteletts

 

  • TIPP: Maroni gibt es essfertig vakuumiert in Bio-Qualität zu kaufen. Wer frische Maroni verwenden möchte, nimmt 150 g, schneidet sie an der runden Seite kreuzweise einige Millimeter ein, lässt sie in kochendem Wasser ca. 5 Minuten köcheln, gießt sie ab, bedeckt sie mit kaltem Wasser und schält sie dann nacheinander.
  • VARIANTE: Für glutenfreie Böden ersetze ich die 100 g Dinkelmehl mit einer Mischung aus 60 g Vollkornreismehl und 40 g Maisstärke und füge ½ TL Xanthan hinzu.

2 Kommentare

  1. 22. November 2016 Jenni

    Liebe Brigitte,

    ich habe deine Törtchen ja schon auf Instagram und Facebook bewundert und finde nach der Lektüre dieses Rezept-Artikels noch einmal mehr, dass du eine wahre Back-Künstlerin bist. Wahnsinn, was du dir immer für Kunstwerke einfallen lässt! 🙂

    Ich finde es übrigens absolut nicht schlimm, dass du nicht so der Keks-Fan bist – der bin ich in der Weihnachtszeit zwar umso mehr, aber in der restlichen Zeit backe ich auch irgendwie viel öfter Kuchen, Törtchen und süße Brote als Kekse (ich habe mir aber schon vorgenommen, das zu ändern, weil ich Cookies eigentlich ganz toll finde 😉 ).
    Das Argument mit dem kleinen Haushalt ist da auf jeden Fall absolut richtig und wichtig – wer sollte auch die ganzen Mengen an Gebäck, die man da auf einmal produziert, essen…? Ich finde deinen Ansatz genau richtig! 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

    1. 22. November 2016 B.B.'s Bakery

      Liebe Jenni,

      ich danke Dir sooo sehr für Dein schönes Kompliment – das freut mich total. Das Kleingebäck (Törtchen, Küchlein und Co.) hat es mir wirklich besonders angetan – da gibt es für jede/n nicht nur ein Stück vom großen Ganzen. 😉
      Kekse backe ich meistens als free-style-Version (also ohne wirkliches Rezept) mit Zutaten, die mir gerade so einfallen. Aber eben immer nur in kleinen Mengen, denn es würde mich wahnsinnig machen, wenn ich wochenlang nur die gleichen Sorten hätte. 🙂
      Süße Grüße
      Brigitte

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