Naked-Creamy-Sacher-Cake

Zwischen all den süßen Klassikern in der Kuchenvitrine eines Wiener Kaffeehauses wird einer ganz sicher niemals fehlen: die Sachertorte. Bereits in den 1830er Jahren in ihrer Grundform erfunden, ist sie heute eine der berühmtesten kulinarischen Spezialitäten der österreichischen Hauptstadt. Die Geschichte der Torte ist turbulent, begleitet von einem Rechtsstreit und der Frage, ob die Schokotorte in der Mitte nun aufgeschnitten und eine zweite Marmeladenschicht haben darf.

Ich mag sie ja sehr, die Geschichten rund ums Essen. Wer hat was und wie oder wem zu Ehren entwickelt oder erschaffen? Oft sind es Zufälle oder gar Küchenunfälle, die Köstlichkeiten hervorgebracht haben, die es auch noch in Jahrzehnten auf den Speisekarten geben wird. So ein Coup ist mir in meiner Backstube zwar noch nicht gelungen, aber wer weiß, vielleicht fällt mir ja mal noch aus Versehen ein bestimmtes Gewürzfläschchen in den Teig oder ein Fürst verlangt nach einer exquisiten Dessertkreation, die mich dann für immer in die Geschichtsbücher wandern lässt. Bis es soweit ist, werde ich weiterhin kräftig experimentieren und auch lukullische Helden in veganem Gewand neu interpretieren.

Im Falle der Sachertorte ist das kein Problem, denn der Name ist nicht geschützt und somit sind Variationen nach Lust und Laune möglich. Neben der alt hergebrachten Tortenform gibt es außerdem Schnitten oder Würfel und ab jetzt auch noch Trommelwirbel… Tada!!! einen Naked Cake mit cremiger Füllung. Die Schichten haben es mit der vielen Schokolade echt in sich, weshalb ich mich auf für eine Miniform entschieden habe. Wer das gute Stück größer backen möchten, multipliziert einfach die Zutaten: für eine 18er-Form beispielsweise mit 3,12, für eine 20er-Form mit 3,85 usw.. Aber jetzt endlich Vorhang auf für meine ganz persönliche Darbietung der renommierten Wiener Sachertorte.

 

Naked-Cream-Sacher-Cake

Veganer Naked Creamy Sacher Cake (für eine Backform mit einem Durchmesser von 10,2 cm, siehe TIPP unten)

Zutaten

Für die Böden

  • 20 g Mandeln
  • 100 g Dinkelmehl (Type 700)
  • 15 g Kakao
  • 1,5 TL Weinsteinbackpulver
  • 45 g feiner Rohrohrzucker, VARIANTE siehe unten
  • ¼ TL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 25 g Zartbitterschokolade (Kakaogehalt mindestens 60%)
  • 20 g Ahornsirup
  • 20 g braunes oder weißes Mandelmus
  • 20 g Öl, geschmacksneutral
  • 110 g prickelndes Mineralwasser

Für die Schokoladencreme

  • 200 g Hafersahne, alternativ: Mandelsahne
  • 30 g Marillenmarmelade (im Idealfall natürlich selbst gemacht 🙂 )
  • 15 g feiner Rohrohrzucker
  • 15 g Maisstärke
  • 1 Msp. Agar-Agar
  • ¼ TL Vanille, gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 40 g Zartbitterschokolade (Kakaogehalt mindestens 60%)
  • 3  gehäufte TL Marillenmarmelade

Für die Dekoration

  • frische Marillen, Zartbitterschokolade

 

Naked-Cream-Sacher-Cake

Zubereitung

Mandeln im Blitzhacker fein mahlen. Mit Mehl, Kakao, Backpulver, Zucker, Zimt und Salz vermischen. Die Schokolade fein raspeln und unter die trockenen Zutaten mischen. In einer separaten Schüssel Ahornsirup mit Mandelmus und Öl glattrühren, zuletzt Mineralwasser hinzufügen und mischen. Anschließend die flüssigen Zutaten zu den trockenen Zutaten geben und so lange verrühren, bis ein homogener Teig entstanden ist. Den Teig in die gefettete Kuchenform füllen und glatt streichen. Im vorgeheizten Backofen bei 175 °C 35-40 Minuten backen. Abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen.

Für die Schokoladencreme Hafersahne mit Marillenmarmelade, Zucker, Stärke, Agar-Agar, Vanille und Salz in einen Topf geben und glatt rühren. Unter ständigem Rühren zum Kochen bringen bis die Masse eindickt, anschließend 1-2 Minuten köcheln lassen. Topf von der Herdplatte nehmen. Schokolade hacken und unterrühren, bis sie sich komplett aufgelöst und verbunden hat. Anschließend die Creme abkühlen lassen, dann 3-4 Stunden kalt stellen. Dann nochmals durchrühren und in einen Dressiersack mit Spritztülle füllen.

Den ausgekühlten Kuchen zunächst begradigen (Kuppel abschneiden), dann horizontal dreimal durchschneiden, so dass vier Böden entstehen. Den untersten Boden auf einen Teller legen, mit einem gehäuften TL Marillenmarmelade gleichmäßig bestreichen, dann Creme in Tuffs aufspritzen. Den 2 Boden auflegen und ebenso mit Marmelade bestreichen und Creme-Tuffs aufspritzen, Vorgang nochmal wiederholen und schließlich den letzten Boden aufsetzen. Abschließend Tuffs ausspritzen und nach Lust und Laune mit frischen Marillen, sowie geraspelter und/oder flüssiger Schokolade dekorieren.

Servieren, anschneiden und genießen! 🙂

 

Naked-Creamy-Sacher-Cake

 

  • TIPP: Ich bin so ein riesiger Fan von kleinen Kuchen und Törtchen und deshalb immer auf der Suche nach passenden Backformen. Für dieses Sachertörten habe ich diese runde Kuchenform verwendet, die ausreichend Platz für einen hohen Kuchen, den man nachher noch gut schneiden kann, bietet. Und auch den Ausstecher für die Marillen-Margeriten gibt es übrigens bei Féerie Cake – ein Shop, in dem sogar ich in Kaufrausch geraten kann. 🙂
  • VARIANTE: Wer den Naked Sacher Cake alternativ gesüßt haben möchte, ersetzt den Rohrohrzucker in Teig und Schokocreme durch Birkenzucker oder feinen Kokosblütenzucker und verwendet alternativ gesüßte (z.B. mit Agavendicksaft) Marillenmarmelade sowie Zartbitterschokolade, die mit Kokosblütenzucker gesüßt ist.

 

Seid Ihr auch so verliebt in Marillen? Dann habe ich da noch mehr Rezepte für Euch:

Marillen-Lavendel-KüchleinMacadamia-Cheesecake-Eis mit Marillen-Swirl, Kiwi-Kokos-Törtchen mit Aprikosenboden ohne Backen

6 Kommentare

  1. 31. Juli 2017 Josi

    Liebe Brigitte,

    Sachertorte gehört zu meinen allerliebsten Süßspeisen, von daher ist dieses Rezept wie ein großes Geschenk für mich. Das klingt so toll und sieht noch toller aus. 🙂
    Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Josi

    1. 31. Juli 2017 B.B.'s Bakery

      Liebe Josi,

      vielen herzlichen Dank für Deine schöne Rückmeldung! Ich freue mich sehr, dass Dir meine Kreation gefällt und lass mich gerne wissen, wie das Nachbacken geklappt und das Ergebnis geschmeckt hat. 😉
      Süße Grüße
      Brigitte

  2. 2. August 2017 Bettina

    Liebe Brigitte,
    wow, das sieht aber sündhaft schokoladig aus! Die Torte muss ich demnächst unbedingt auch mal probieren.
    Viele Grüße,
    Bettina

    1. 2. August 2017 B.B.'s Bakery

      Liebe Bettina,
      sündhaft schokoladig ist die richtige Bezeichnung. 🙂 Am Ende war es doch gut, dass ich sie in einer kleinen Form gebacken hatte.
      Um ehrlich zu sein, habe ich mich schon immer gefragt, warum Sachertorte Torte heißt, denn für mich ist das eher ein Kuchen. Also musste was mit Creme her. 🙂
      Freut mich jedenfalls sehr, dass Dir meine Kreation gefällt. Danke Dir herzlich für Deinen Kommentar.
      Süße Grüße
      Brigitte

  3. 26. September 2017 Natalia

    Wow, Brigitte, how elegant this looks! And how much I love how this recipe sounds! Stunning!

    1. 27. September 2017 B.B.'s Bakery

      I’m so happy about your lovely words dear Natalia. Thank you very, very much!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.