Powidl-Babka mit Mandel-Creme und Schokolade

Ich erlebe dieses Jahr einen fantastischen Sommer: Ich ernte kiloweise Obst direkt von Sträuchern oder Bäumen, ich radele stundenlang um meinen Lieblingssee und atme beim Bergwandern hochalpine Frischluft – es könnte für mich derzeit wohl nicht mehr Glücksmomente geben. Ja, der Sommer ist groß und heiß. Besonders heiß aber – und besonders trocken. Und das ist die Schattenseite der ganzen Sonnentage, die sich offenbart, wenn man eine Linie der vergangen Jahrzehnte zum Hitzesommer 2018 zieht. Deren Richtung geht nach oben, die Welt wird immer wärmer. Das macht mir Angst, vor allem, dass die Auswirkungen bereits so deutlich spürbar sind. Auch wenn sich hier auf meinem Blog augenscheinlich alles ums Backen dreht, so möchte ich an dieser Stelle gerne mal wieder betonen, warum ich ihn überhaupt ins Leben gerufen habe: Weil ich der festen Überzeugung bin, dass die vegane Lebensweise die wichtigste und unmittelbarste Möglichkeit ist, unseren Planeten zu schützen. Das motiviert mich und treibt mich – trotz allen Weltschmerzes – an, weiterzumachen und zu zeigen, dass pflanzliche Ernährung weder Verzicht noch Verlust bedeutet, sondern vielmehr ein aktiver Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz ist. Und das jeden Tag.

In diesem Sinne gibt es natürlich auch heute wieder eine himmlische Kreation, die meiner reichen Ernte an Zwetschgen sofort gerecht wird. Ich habe ein süßes Hefebrot gebacken und es mit Powidl, Mandelcreme und Schokolade gefüllt. Ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, dass dieses flaumige Gebäck wirklich süchtig macht. Es ist weich, saftig und fruchtig zugleich und schmeckt ganz frisch am allerbesten.

Und so soll meine Babka ein kleines Zeichen sein, dass wir unserer Erde jeden Tag ein klein bisschen Gutes tun können und uns selbst natürlich auch. Ich wünsche Euch wie immer viel Freude mit meinem Rezept.

 

Vegane Powidl-Babka mit Mandel-Creme und Schokolade (für eine Kastenform mit einer Länge von ca. 22 cm)

Zutaten

Für den Germteig

  • 250 g Dinkelmehl (Type 700)
  • 50 g Dinkel-Vollkornmehl
  • 1 Prise Salz
  • 125 g Mandel-, Hafer-, oder Sojamilch
  • 20 g frischer Germ (Hefe)
  • 30 g Apfeldicksaft
  • 25 g Öl, geschmacksneutral

Für die Füllung

  • 100 g weiße Mandeln, alternativ: Cashewkerne oder eine Mischung aus Mandeln und Cashews
  • 30 g Wasser
  • 3 TL Zitronensaft
  • 20 g Reissirup
  • 100 g Banane, geschält
  • ¼ TL Vanille, gemahlen
  • 120 g Powidl / Pflaumenmus (selbst gemacht oder gekauft, am besten aus 100% Früchten) – siehe INFO unten
  • 40 g Zartbitterschokolade

Für die Dekoration

  • 2-3 EL grüne Pistazien, grob gehackt

 

Zubereitung

Vorab: Die Mandeln für die Füllung in kaltem Wasser mindestens für vier Stunden einweichen.

Für den Teig die Mehle mit Salz mischen. Die Pflanzenmilch leicht erwärmen, den frischen Germ darin auflösen und ca. 10 Minuten gehen lassen, anschließend das Milch-Germ-Gemisch zusammen mit Apfeldicksaft und Öl zu der Mehlmischung geben, alles vermischen und zu einem Teig kneten. Dieser soll geschmeidig sein und sich vom Schüsselrand lösen. Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt an einem warmen Ort ca. 60 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Dafür die Mandeln abgießen und mit Wasser abspülen. Dann mit Wasser, Zitronensaft, Reissirup, Banane und Vanille in einen Mixer geben und auf höchster Stufe zu einer feinen Creme pürieren. Das Powidl durchrühren, die Schokolade mit einem schweren Messer hacken.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von ca. 40×35 cm ausrollen. Zuerst das Powidl gleichmäßig auf der Fläche verteilen (dabei an einer Längsseite 1-2 cm aussparen) und glatt verstreichen. Dann die Mandelcreme auf das Powidl klecksen und ebenso gleichmäßig verstreichen. Zuletzt die Schokolade auf der gesamten Fläche verteilen. Den Teig von der langen Seite her zu einer Roulade aufrollen. Diese in der Mitte der Länge nach aufschneiden. Die beiden Teigstränge (mit der Schnittfläche nach oben) umeinander schlingen. Die Enden zusammen drücken und in die Kastenform legen. An einem warmen Ort 15-20 Minuten gehen lassen. Abschließend mit den Pistazien bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 175 °C ca. 35-40 Minuten backen bis die Oberfläche schön gebräunt ist.

Abkühlen lassen, in Stücke schneiden und frisch genießen.

 

Powidl-Babka mit Cashew-Creme und Schokolade

 

  • INFO: Powidl ist ein dick eingekochter Brei aus Zwetschgen oder anderen Pflaumen. Für die Herstellung werden die  zerkleinerten Früchte bei mäßiger Hitze über mehrere Stunden und unter regelmäßigem Rühren offen gekocht, bis ein dickes, dunkelviolettes bis braunes Mus entstanden ist. Im Gegensatz zur Marmelade oder Konfitüre wird das Mus traditionell nur durch Reduzieren und ohne Geliermittel hergestellt. Es eignet sich durch seine pastöse Konsistenz hervorragend für das Füllen von Teigen. Durch die Eigensüße der Früchte funktioniert das Einkochen auch komplett ohne Zuckerzusatz, im Handel ist es so auch erhältlich (z.B. von Tarpa / unbezahlte Werbung).

 

Auch so verliebt in Germteig-Gebäck? Dann warten hier noch mehr Rezepte: Maroni-Germteigschnecken mit Topfen-Nuss-Füllung, Topfen-Streusel-Strudel mit Birnen und Heidelbeeren, Frühstückskipferl

 

2 Kommentare

  1. 17. August 2018 Kati Neudert

    Himmel schaut das gut aus… Und Du erwischst mich damit wieder mal auf hungrigem Fuß. Wie gemein! Aber den merk`ich mir vor 🙂

    1. 17. August 2018 B.B.'s Bakery

      Hihi, mir geht es umgekehrt eigentlich nie anders, wenn ich Deine Kreationen entdecke. 🙂 Es freut mich riesig, dass Dir mein Hefebrot so gut gefällt. Danke Dir! Ich empfehle, gleich eine größere Menge zu machen, das ist soooo schnell weg.
      Süße Grüße von Brigitte

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