Maroni-Germteigschnecken mit Topfen-Nuss-Füllung

Ich wette, Ihr kennt das auch: Ihr kommt an einen vertrauten Ort und es steht etwas auf dem Tisch, das Ihr Euch insgeheim schon gewünscht habt. Das fest zum Programm gehört und das diesen wohlbekannten Ort eben genau zu dem macht, was er eigentlich ist. Bei mir ist dieser Ort ganz klar die Küche in meinem Elternhaus. Ich verbinde sie immer mit einem zart brummenden Backofen, Wärme und Kuchenduft. Hört sich klischeehaft und sentimental an? Ist es wohl auch, aber auf die Küche meiner Kindheit lasse ich wirklich nichts kommen. Dort habe ich unzählige Teigschüsseln ausgeschleckt und hunderte Plätzchen ausgestochen. Dort habe ich die Kreationen für die Fotos meiner beiden Bücher gebacken und so manche neue Rezeptidee hatte in diesem Wunderräumchen ihren Ursprung. Das feine Etwas, das mich dort stets erwartet, wenn ich auf Heimaturlaub bin, hat in irgendeiner Form mit Germteig zu tun: von Buchteln über Zupfbrot bis hin zu Blechkuchen oder Brioches – wir wissen ja, was dieser Alleskönner alles vermag. Und keine hat ihn so im Griff wie meine Mama, weshalb ich sie auch als die Königin des Germteigs bezeichne. Sie wiegt niemals eine der Zutaten ab, vielmehr wandern diese in Windeseile in die Schüssel und werden liebevoll per Hand verknetet. Hebe ich nach der Gehzeit das Tuch, so lacht mir immer ein perfekt gegangener Teig entgegen – diese Gelinggarantie ist wirklich unglaublich. Zwar kann ich meiner Mama, wenn es um die Zubereitung von Germteig geht, nicht das Wasser reichen, aber ich schlage mich wacker. Schon alleine deshalb, weil ich in die vielfältige Palette an Hefegebäcken sehr verliebt bin.

Und nachdem es hier zwar schon Rezepte für Kipferl, Bagels, süße Semmeln und Strudel, aber noch keines für Germteigschnecken gibt, muss ich diese Lücke schnellstens schließen. Diese passen mit Maroni, Nüssen und Zimt einfach perfekt in die Jahreszeit. Die Füllung ist nicht nur fein aromatisch, sondern sorgt auch dafür, dass die Schnecken richtig schön saftig sind. Und da dieser Germteig Ruhe und Wärme liebt und für das Ausrollen und Füllen immer Geduld und Muse nötig sind, würde ich sagen, dass dies das perfekte Rezept für Herbsttage ist, an denen es daheim doch wirklich am Schönsten ist.

Mamas Herz hat es jedenfalls im Sturm erobert und Eures hoffentlich auch! 🙂

Kastanien-Hefeschnecken

Vegane Maroni-Germteigschnecken mit Topfen-Nuss-Füllung (für ein Backblech, ergibt 12-14 Stück)

Zutaten

Für den Germteig

  • 100 g Mandel-, Soja- oder Hafermilch
  • 20 g frische/r Germ/Hefe
  • 100 g Dinkelmehl (Typ 700)
  • 50 g Vollkorn-Dinkelmehl
  • 100 g Kastanienmehl (siehe TIPP unten)
  • 1 Prise Salz
  • 20 g Ahornsirup
  • 20 g Mandelöl, alternativ Öl, geschmacksneutral

Für die Füllung

  • 50 g Haselnüsse
  • 40 g Maroni, gegart und geschält
  • 150 g Sojajoghurt (natur), abgetropft (Ausgangsbasis ca. 250 g Joghurt)
  • 2 TL Maisstärke
  • 40 g Kokosblütenzucker
  • 1 gehäufter TL Kakao
  • ¼ TL Vanille, gemahlen
  • ½ TL Zimt

Für die Dekoration

  • 1-2 EL Rohrohrstaubzucker oder Birkenpuderzucker, 1/2-1 TL Zitonensaft

 

Kastanien-Hefeschnecken

Zubereitung

Am Vortag: Das Sojajoghurt in ein mit einem Papierfilter ausgelegtes, engmaschiges Sieb geben und über Nacht abtropfen lassen.

Die Pflanzenmilch leicht erwärmen, den frischen Germ darin auflösen und ca. 10 Minuten gehen lassen. Die Mehle mit Salz mischen, anschließend das Milch-Germ-Gemisch, Ahornsirup und Öl zugeben und den Teig so lange kneten, bis er geschmeidig ist und sich vom Schüsselrand löst. Den Teig zu einer Kugel formen und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 60 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Dafür Haselnüsse mit dem Blitzhacker fein mahlen, anschließend in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Dabei die Nüsse stets wenden und die Hitze rechtzeitig reduzieren, da sie sehr schnell verbrennen. Abkühlen lassen. Die Maroni in kleine Stücke hacken und anschließend zusammen mit Nüssen, Joghurt, Stärke, Kokosblütenzucker, Kakao, Vanille und Zimt in eine Schüssel geben und alles gut miteinander verrühren.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Quadrat von ca. 28 x 28 cm ausrollen. Die Füllung gleichmäßig verteilen und glatt verstreichen. Von der Seite her zu einer Roulade aufrollen. Die Rolle in gleich große Portionen schneiden (ca. 2-3 cm dick) und mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Im vorgeheizten Backofen bei 175 °C ca. 20-22 Minuten backen. Abkühlen lassen.

Anschließend mit Staubzucker bestäuben oder alternativ Zucker und Zitronensaft in einem Schüsselchen glatt rühren, die Masse in einen kleinen Spritzbeutel füllen die Schnecken nach Lust und Laune verzieren.

 

Kastanien-Hefeschnecken

 

  • TIPP: Kastanienmehl wird aus getrockneten und geschälten Kastanien hergestellt und meist mehrfach gemahlen. Es hat von Haus aus eine leicht nussige Süße, ist glutenfrei und verfügt über wertvolle Kohlenhydrate, hochwertiges Eiweiß und Ballaststoffe.

 

Findet Ihr Germteig auch so unbeschreiblich toll? Dann gibt es hier noch mit Rezepte mit dem Alleskönner:
Reisflockensemmeln mit Pflaumen und Walnüssen, Süßkartoffel-Cranberry-Bagels, Frühstückskipferl, Pfirsich-Topfen-Kuchen mit Mohn-Zitronen-Streuseln, Topfen-Streusel-Strudel mit Birnen und Heidelbeeren

 

 

4 Kommentare

  1. 19. November 2017 Kirschbiene

    Huhu meine Liebe,
    ich kann soooo gut nachvollziehen, dass du dich in der Küche deiner Eltern rundum wohlfühlst. Manchmal denke ich, wir können noch so groß und erwachsen werden – kaum Zuhause, fühlen wir uns plötzlich wieder kindlich-geborgen :-).
    Diese Schnecken sehen unglaublich gut aus. Ich liebe Hefeteig sehr und stelle jedes Mal auf deiner Seite fest, dass ich, seit ich glutenfrei lebe, noch kein einziges Mal Hefegebäck gegessen habe. Unglaublich, nicht wahr? Ich hoffe, ich habe in der Vorweihnachtszeit die Gelegenheit, an einem Rezept zu tüfteln – diese Schnecken würde ich nämlich zu gern ausprobieren :-).

    Liebe Grüße
    Bianca

    1. 20. November 2017 B.B.'s Bakery

      Huhu zurück meine Liebe,
      ach, mein Blog wäre ohne Deine schönen Kommentare wirklich nur halb so viel wert – ich Danke Dir wieder mal herzlich für Deine lieben Worte.
      Ja, wirklich unglaublich, dass Du noch nie Hefeteig gemacht hast, glutenfrei ist der aber auch echt nicht ganz so einfach, vor allem nicht das Rollen von Schnecken. Das Kastanienmehl würde aber schon mal gut zur glutenfreien Version passen, hihi, und die Füllung macht auch keine Probleme (und sie ist außerdem soo lecker!). Ich bin gespannt, was Du zaubern wirst.
      Süße Grüße
      Brigitte

      1. 29. November 2017 Kirschbiene

        Danke meine Süße, ich lese und kommentiere doch zu gern bei dir, wie du weißt :-).
        Ich hoffe auch, dass ich mich langsam mal an glutenfreien Hefeteig heranwage. Mehr als in die Hose gehen kann es ja nicht. Würdest du dann eher mit Trockenhefe oder frischer Hefe arbeiten? Ich war immer ein Fan von frischen Hefewürfeln und habe damit die besseren Ergebnisse erzielt. Da glutenfreie Teige ja zu Trockenheit neigen, könnte ich mir vorstellen, dass frische Hefe und ein schöner Vorteig dem Hefeteig zu mehr Fluffigkeit verhelfen – was meinst du?
        Grübelgrüße
        Bianca 🙂

        1. 30. November 2017 B.B.'s Bakery

          Also ich habe ja auch schon glutenfreien Hefeteig gemacht und dabei mit Frischhefe gearbeitet – geht mir nämlich wie Dir, ich finde die Ergebnisse immer viel besser.
          Ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem Teig (der in der Tat etwas widerspenstig ist).
          Süßeste Grüße
          Brigitte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.