Kastanien-Haselnuss-Küchlein

Selbst nach mehr als sechs Jahren vegan sein, erlebe ich sie immer mal wieder: die leicht mitleidigen Blicke und Fragen, was ich denn überhaupt noch essen könne. Sie tauchen vor allem dann auf, wenn in meinem Beisein nicht vegane Dinge serviert werden. „Ach, wenn Ihr nur wüsstet“, denke ich mir und träume schlagartig von den tausend Koch-und Backideen, die noch immer auf meiner to-do-Liste stehen und auf ihre Verwirklichung warten. Ich bin wirklich froh, dass mich nicht-vegane Speisen in keinster Weise reizen und auch, dass sie kein bisschen Wehmut hervorrufen. Wahrscheinlich bin ich deshalb so gelassen, weil ich verinnerlicht habe, dass ich tierische Produkte niemals mehr auf meinem Teller haben möchte und dass ich im Grunde jede Speise auch in rein pflanzlicher Form zaubern kann. Ein bisschen schwer – und das gebe ich zu – empfinde ich jedoch den Besuch von französischen Patisserien. Warum können diese fantastisch aussehenden Kreationen denn nicht vegan sein? Nun, die KonditorInnen Frankreichs lieben und leben ihr Handwerk, aber bis das Gros von ihnen ohne Butter und Eier bäckt, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Bis dahin werde ich weiterhin schauen, staunen und mich inspirieren lassen. So wie zuletzt in der Provence, als sich alles um die châtaignes drehte. Wohin ich nur blickte, gab es Törtchen, Flans oder Cremes auf Basis der feinen Edelkastanien. Nun, probiert habe ich die kleinen Kunstwerke natürlich nicht, aber während ich mir den Bauch mit den puren Nussfrüchten vollschlug, überlegte ich mir sofort, wie ich sie verarbeiten könnte. Fest steht, dass sie kleine Multitalente sind, die nicht nur frisch geröstet aus dem Stanitzel, sondern auch gegart und püriert oder vermahlen einfach köstlich schmecken. Den Auftakt meiner „Mit-Maroni-Back-Euphorie“ machen diese Küchlein – nussig, flaumig, herrlich köstlich und zudem auch noch glutenfrei.

 

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Glutenfreie Kastanien-Haselnuss-Küchlein (für 6-8 Stück)

Zutaten

  • 30 g Vollkorn-Reismehl
  • 95 g Kastanienmehl
  • 20 g Tapiokastärke
  • 30 g Haselnüsse, gemahlen
  • 1 TL Johannisbrotkernmehl
  • 2 TL Weinsteinbackpulver
  • 65 g Rohrohrzucker, alternativ: Birkenzucker
  • ½ TL Zimt, gemahlen
  • ½ TL Vanille, gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 35 g Öl, geschmacksneutral
  • 40 g Apfelmus
  • 150 g Haselnussmilch
  • 2 EL Haselnusskerne, fein gehackt
  • Rohrohrstaubzucker, alternativ: Birken-Staubzucker (optional)

 

Zubereitung

Mehle, Stärke, Haselnüsse, Zucker, Backpulver, Zimt, Vanille und Salz gut miteinander vermengen.
Öl, Apfelmus und Milch in einer separaten Schüssel verrühren. Anschließend die feuchten Zutaten zu den trockenen geben und verrühren bis ein homogener Teig entstanden ist. Die Mulden eines Muffinblechs fetten und jeweils zu 2/3 mit Teig befüllen. Mit gehackten Haselnüssen bestreuen und  im vorgeheizten Backofen bei 175 °C 20-22 Minuten backen. Abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter komplett erkalten lassen. Nach Belieben mit Stauzucker dekorieren und genießen.

4 Kommentare

  1. 25. Februar 2016 Kirschbiene

    Liebe Brigitte,
    dieses Rezept wollte ich schon länger kommentieren – denn diese Kastanien-Muffins haben es geschafft, auf meine „Back-ich-immer-wieder“-Liste zu kommen. Auf den ersten Blick sehen sie vielleicht nicht so spektakulär aus wie andere Backwerke hier, doch das ist das Schöne: Sie haben es in sich und sind somit für mich ein kleines Überraschungspaket :-).
    Die Muffins sind fluffig, nussig, herrlich aromatisch, nicht zu süß und das perfekte kleine Backwerk für unterwegs oder fürs Büro. Ich kann nur jedem Leser deines Blogs ans Herz legen, dieses Rezept auszuprobieren :-). Ich bin jedenfalls ganz vernarrt in diese Muffins – danke für das wunderbare Rezept!
    Liebe Grüße
    Bianca

    1. 25. Februar 2016 B.B.'s Bakery

      Liebe Bianca,

      oh, wie toll – das freut mich sehr. Kastanienmehl ist ja leider gar nicht so weit verbreitet, aber ich mag es sehr gerne und in Kombination mit Nüssen gleich noch mehr. Dein Kommentar erinnert mich außerdem daran, dass ich die feinen Küchlein selbst mal wieder machen muss. All die neuen Experimente lassen kaum Zeit zum Wiederholen. 🙂
      Süße Grüße
      Brigitte

      1. 26. Februar 2016 Kirschbiene

        Huhu Brigitte,
        das stimmt, Kastanienmehl ist wirklich eher ein Außenseiter unter den Mehlsorten. Daher ist es toll, dass du ihm ein Rezept gewidmet hast :-). Ich habe diese Muffins übrigens schon in verschiedenen Variationen gebacken (daran siehst du, dass es sie schon wirklich oft hier gab ;-)): Statt Apfelmus mit einer halben zerdrückten Banane oder auch mit einer Mischung aus Birken- und Kokosblütenzucker. Das Rezept funktioniert also auch mit minimalen Veränderungen, das Ergebnis sind immer supersaftige, lockere Muffins (und das ist beim glutenfreien Backen ja nicht immer die Regel *lach*).
        Viel Vergnügen beim Wiederholen,
        Bianca

        1. 27. Februar 2016 B.B.'s Bakery

          Liebe Bianca, ach, das ist so wunderbar zu hören, juhu! Vielen Dank für Deine Variations-Ideen, ich werde meine nächste Ladung mit Banane backen.:-)
          Süße Grüße
          Brigitte

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