Stracciatella-Nuss-Kuchen
Backgeflüster

Stracciatella-Nuss-Kuchen mit Kirschen

Kirschen sind Früchte meiner Kindheit. Die Süßen holten wir beim Bauern ab Hof, die Sauren pflückte mein Papa eimerweiße direkt vom Baum im Garten von Verwandten. Jedes Jahr war das so und es war eines der schönsten Rituale, an die ich mich erinnern kann. Die leuchtend roten Früchte waren der Inbegriff von Sommer und ganz viele wanderten natürlich unverarbeitet in Mund und Bauch. Der Rest wurde in Form von Marmelade und Kompott haltbar gemacht und das geht bei Kirschen ja nicht mal eben so schnell nebenbei. Jedenfalls war aus Mamas Küche viele Stunden das Klackgeräusch des deluxe Kirschen-Entsteiners (keine Ahnung, wie der sich früher nannte, aber heute trägt er z.B. den schicken Namen Cheerymat – dafür habe ich doch tatsächlich extra die Suchmaschine befragt ;-)) zu hören, mit dem man in der Stunde (angeblich) rund 12 kg frische Kirschen entsteinen kann. Echt praktisch – hätte ich freien Platz und Kapazitäten, würde ich mir so ein Gerät doch glatt zulegen. Aus heutiger Sicht sind die Mengen, die wir früher verarbeitet haben, unvorstellbar für mich. Die verhältnismäßig wenigen Kirschen, mit denen ich jetzt Kuchen backe, Knödel fülle oder Eis fabriziere, schaffe ich locker mit meinem kleinen Hand-Entkerner.

Und gerade für den veganen Kuchen, den ich heute mitgebracht habe, sind die Früchte schnell entsteint, denn sie sind nicht alleiniger Hauptdarsteller, sondern teilen sich ihren Auftritt mit frisch vermahlenen Nüssen und Schokolade. Es scheint, als wollte ich wieder ganz viel auf einmal haben. 🙂 Ich finde, dass Kirschen toll mit beiden harmonieren und so konnte ich einfach nicht widerstehen, sie allesamt in einem Backwerk zu vereinen.
Und für alle, die sich über den Tofu im Teig wundern: Man schmeckt ihn überhaupt nicht raus, er macht den Kuchen aber saftig und doch schnittfest, was bei einer großen Form, im Vergleich zu beispielsweise Muffins, ja sehr wichtig ist. Und nun geht es ran ans Werk.

 

Stracciatella-Nuss-Kuchen

Veganer Stracciatella-Nuss-Kuchen mit Kirschen

(für eine Kastenform mit 22 cm Länge)

Zutaten

  • 75 g Wal- und Haselnüsse (50:50 gemischt)
  • 150 g Vollkorn-Dinkelmehl
  • 200 g Dinkelmehl (Type 700)
  • 3 gehäufte TL Weinsteinbackpulver
  • 75 g Kokosblütenzucker
  • 1 TL Vanille, gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 100 g Tofu (natur)
  • 45 g Öl, geschmacksneutral
  • 70 g Ahornsirup
  • 235 g Hafermilch, alternativ: Soja- oder Mandelmilch
  • 150 g Kirschen, entsteint (frisch)
  • 40 g Zartbitterschokolade*

Für die Dekoration

  • 50 g Zartbitterschokolade*
  • 1 TL Kokosmilch
  • einige frische Kirschen

 

Stracciatella-Nuss-Kuchen

Zubereitung

Die Nüsse im Blitzhacker fein mahlen. Dann zusammen mit den Mehlen, Backpulver, Kokosblütenzucker, Vanille und Salz in einer Schüssel vermischen.
Tofu in grobe Stücke teilen und mit Öl, Ahornsirup und Milch in ein hohes Rührgefäß geben und fein pürieren. Die Kirschen, abhängig von der Größe, ggf. halbieren. Die Schokolade mit einem Messer in kleine Stücke hacken.

Die Tofu-Öl-Milch-Mischung zu den trockenen Zutaten geben und so lange rühren bis ein homogener Teig entstanden ist. Kirschen und Schokolade zugeben und unterheben.
Den Teig in eine gefettete Kastenform füllen, glatt streichen und bei 175 Grad im vorgeheizten Backofen 50-60 Minuten backen. Abkühlen lassen, dann die Form stürzen und den Kuchen auf einem Kuchengitter komplett erkalten lassen.

Für die Dekoration die Schokolade in einer kleinen Schüssel über dem heißen Wasserbad schmelzen lassen und temperieren, die Kokosmilch zugeben und so lange rühren, bis die Masse homogen ist. Den kalten Kuchen mit der Schokolade nach Lust und Laune verzieren und mit ganzen Kirschen dekorieren.

 

  • *HINWEIS: Wer auch bei der Schokolade Wert auf alternative Süße legt, findet im Handel Sorten, die mit Kokosblüten- oder Birkenzucker gesüßt sind.

12 Kommentare

  • Kirschbiene

    Huhu Brigitte,
    dieser Kuchen erwärmt mein Herz. Ich meine: “Kirschen”! Auch bei mir werden da Kindheitserinnerungen wach. Vor allem an die Kirschbäumchen, die meine Eltern für uns Geschwister im Garten gepflanzt haben. Die Bäume gibt’s noch immer und tragen oft viele saure Kirschen, die dann zu der leckersten Marmelade der Welt werden. Hach ja.
    Diesen Kuchen würde ich zu gern in einer glutenfreien Variante backen :-). Was schlägst du für Mehle vor? Ich denke da vor allem an Hirsemehl, etwas Reisvollkornmehl, Kartoffelstärke und eine Minimenge Xanthan – einverstanden ;-)?
    Liebe Grüße
    Bianca

    • B.B.'s Bakery

      Liebe Bianca,
      inzwischen denke ich wirklich bei jeder Back-Aktion an Dich und wenn ich etwas mit glutenhaltigem Mehl fabriziere, dann grübele ich immer, wie ich es für Dich “umbauen” könnte. Deine Mehlauswahl für diesen Kuchen klingt sehr gut, so würde ich es auch probieren…, mit Buchweizen hast Du ja selbst schon einen tollen Kirschkuchen gezaubert, der wäre dann diesem aber recht ähnlich. Lass mich wissen, wie/ob es geklappt hat.
      Süße Grüße
      Brigitte

      • Kirschbiene

        Huhu Brigitte,
        oh oh, so weit ist es schon gekommen, dass dir beim Backen immer jemand: “Und was ist mit gluuuutenfrei?” zuflüstert *kicher*. Irgendwie total schön!
        Aber du weißt ja sicherlich, dass ich mich auch über “normale” Rezepte freue – da kann ich in den allermeisten Fällen immer noch viel für mich herausziehen und es ist zum Glück nicht sooo schwierig für mich, dann einfach eine glutenfreie Alternative zu (er)finden.
        Super, dass du meine “Mehl-Vorschläge” auch gut findest. Dann werde ich am Wochenende mal zur Tat schreiten :-). Ach ja, die 150 g Kirschen, die in den Teig wandern – hast du sie vor dem Entsteinen gewogen oder danach?
        Liebe Grüße
        Bianca

        • B.B.'s Bakery

          Huhu, liebe Bianca,
          ja, ich weiß ja, dass Du kein “Back-Frischling” bist und Dir immer zu helfen weißt. 🙂 Geht mir übrigens fast immer so, dass mir Rezepte als Inspiration dienen und ich dann die Mehle tausche, anders süße etc. – nur Deine Kreationen mache ich nahezu 1:1 nach, hihi.
          Ach ja, und von den Kirschen habe ich 150 g entsteinte Früchte verwendet. Aber auch hier kannst Du mit den Mengen spielen – je nachdem, wie fruchtig Du es eben haben willst. Bin sehr gespannt, wie Deine Version wird.
          Süße Grüße

          • Kirschbiene

            Huhu Brigitte,
            so, es ist vollbracht :-). Dein Kuchen hat bei uns Einzug gehalten und er ist meiner Meinung nach auch in der glutenfreien Variante gelungen! Falls es dich interessiert, hier meine Mehlmischung: Ich habe 200g Hirsemehl, 100g Reisvollkornmehl und 75g Kartoffelstärke verwendet. Dazu noch ein gestrichener Teelöffel Xanthan Gum für die Bindung und Fluffigkeit. Der Kuchen ist wunderbar geworden, schnittfest und durch die Kirschen schön saftig. Interessant finde ich, dass er uns einen Tag nach dem Backen noch besser geschmeckt hat – da war er irgendwie richtig schön durchgezogen und aromatisch :-). Danke für dieses gelingsichere Rezept!
            Liebe Grüße
            Bianca

          • B.B.'s Bakery

            Wow super, liebe Bianca! Das freut mich sehr und ich danke Dir, dass Du somit eine glutenfreie Variante erschaffen hast. Ich werde diese so bald wie möglich auch ausprobieren, bin echt schon sehr neugierig.
            Süße Grüße
            Brigitte

    • B.B.'s Bakery

      Hihi, scheint so. Ich musste echt grinsen, als ich gesehen habe, dass Du in Deinem letzten Kuchenrezept auch Tofu verarbeitest hast und ich quasi zeitgleich eine ähnliche Mischung zusammengerührt habe.

  • Nikola

    Kann man den Kokosblütenzucker auch durch normalen Zucker ersetzen oder ist die Süßkraft unterschiedlich?
    Der Kuchen hört sich gut an, aber so teurer Zucker ist leider nicht drin.

    • B.B.'s Bakery

      Liebe Nikola,
      ich verwende Kokosblütenzucker sehr gerne, weil er eine leicht karamellige Note verleiht, aber Du kannst ihn problemlos durch weißen oder auch durch feinen Rohrohrzucker ersetzen, die Süßkraft ist gleich. Ausführliche Infos zu den unterschiedlichen Süßungsmitteln findest Du übrigens hier: https://www.bbbakery.at/suessungsmittel/
      Viel Freude beim Backen und süße Grüße
      Brigitte

    • B.B.'s Bakery

      Lupinen-Joghurt oder Apfelmus wären gut geeignet – für die Saftig- und Fluffigkeit, allerdings wird der Kuchen damit nicht so schnittfest, sondern eher lockerer. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber da Tofu fester ist, muss auch die Gesamtmenge an Milch angepasst werden. Also am besten die Milch vorsichtig zu geben, bis ein homogener Teig entstanden ist.

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