Haselnuss-Kokos-Banoffee-Dessert

Auf der Seite Über mich steht, dass ich Speisekarten von hinten nach vorne lesen würde. Das stimmt wirklich und ich tue es bei jedem Essen außer Haus. Wenn ich die Desserts der Vergangenheit Revue passieren lasse, so erinnere mich sofort an einen opulenten Cheesecake mit Erdbeersoße in San Francisco, einen köstlichen Mango-Sticky-Rice in Berlin und fantastische frittierte Marillenknödelchen in Naturns. Sie alle wurden mir in rein veganen Restaurants serviert – in konventionellen ging es hingegen nie über ein Fruchtsorbet oder einen Obstsalat hinaus. Man sollte also meinen, dass ich es – in den mehr als acht Jahren meines veganen Lebens – eigentlich schon aufgegeben hätte, dort einen außergewöhnlichen Nachtisch zu erwarten. Habe ich aber nicht. Es hat sich so viel getan in den letzten Jahren und wenn es inzwischen in so vielen Lokalen eine gute Auswahl an rein pflanzlichen Gerichten gibt, so hoffe ich einfach, dass diese Kreativität auch in die Dessert-Rubrik überschwappt. Für mich spiegelt diese (natürlich 🙂 ) die wahre Liebe zum Essen wider. Wo sonst sollte sich die Hingabe zur kulinarischen Vollständigkeit aber auch zum Detail besser zeigen als im süßen Finale?

Ich weiß, dass die Zubereitung eines Desserts oftmals sogar wesentlich aufwändiger ist als die eines Hauptgangs. Also lässt man es auch zu Hause einfach weg oder entscheidet sich für eine schnelle (Not-)Lösung. Aber es muss ja gar kein selbst gewalkter Strudel oder ein kompliziertes Soufflé sein. Ein toller Nachtisch funktioniert auch in der Version „einfach“. Und so ist mein heutiger Beitrag eine erneute große Hommage an das Schichtdessert, das einfach aus allem bestehen kann, was die Vorräte hergeben und was man liebt. Ob frische Früchte oder Kompott, Kuchen- oder Keksreste sowie Pudding, Sahne oder Creme – alles lässt sich in ein Glas packen und sieht dabei auch noch wundervoll aus.

Ich wollte diesmal Haselnuss, Kokos, Banane und Karamell zu einem Quartett vereinen und das ging kaum spielerischer als eben in einem Schichtdessert. Et voilà, hier ist meine neueste Kreation, dessen einzelne Komponenten zusammen auf einem Dessertlöffel verführerischer nicht sein könnten. Ich hoffe also, Ihr räumt dem wichtigsten aller Gänge seinen Platz ein und komplettiert Euer nächstes Menü, wie es sich gehört. 😉 Viel Freude dabei!

 

Haselnuss-Kokos-Banoffee-Dessert

Veganes Haselnuss-Kokos-Banoffee-Dessert (für eine Springform mit einem Durchmesser von 18 cm und Dessertgläser (siehe TIPP unten), ergibt 4-6 Portionen)

Zutaten

  • 1-2 Bananen

Für die Kokos-Creme

  • 50 g Cashewkerne
  • 125 g Kokos-Joghurt (natur)
  • 100 g Kokoscreme (der feste Teil, der sich oben in einer Kokosmilchdose absetzt)
  • 40 g Reissirup
  • 1 TL Johannisbrotkernmehl (optional)

Für das Dattelkaramell

  • 100 g Datteln, getrocknet und entkernt
  • 90 g Haselnuss-, Mandel-, oder Cashewmilch
  • ½ TL Zimt, gemahlen
  • ¼ TL Vanille, gemahlen
  • 2 Prisen Salz

Für den Haselnussbiskuit

  • 65 g Dinkelmehl (Type 700)
  • 30 g Vollkorn-Dinkelmehl
  • 25 g Haselnussmehl (ich habe das hier verwendet)
  • 2 gestrichene TL Weinsteinbackpulver
  • 40 g Kokosblütenzucker
  • ¼ TL Zimt, gemahlen
  • ¼ TL Vanille, gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 20 g Öl, geschmacksneutral
  • 120 g Mineralwasser

Für die Dekoration

  • 2 EL gehackte oder gehobelte Haselnüsse
  • 20 g Zartbitterschokolade, gesüßt mit Kokosblütenzucker

Haselnuss-Kokos-Banoffee-Dessert

Zubereitung

Vorab: Cashewkerne für die Kokos-Creme in ein Gefäß geben und mindestens 4 Stunden in Wasser einweichen.
Datteln für das Karamell mindestens 30 Minuten in Wasser einweichen.

Für die Kokoscreme Cashewkerne abgießen, abspülen und anschließend mit Joghurt, Kokoscreme und Reissirup im Mixer pürieren bis eine glatte Masse entstanden ist. Diese in eine Schüssel füllen und 2-3 Stunden kalt stellen. Anschließend nochmals durchrühren. Sollte die Masse zu flüssig sein, mit Hilfe eines kleinen Siebs das Johannisbrotkernmehl hinzufügen und gut unterrühren.

Für das Karamell Datteln abgießen und dann mit Milch, Salz, Zimt und Vanille in den Mixer geben und auf höchster Stufe glatt mixen. Bis zum Servieren kalt stellen.

Für den Biskuit die Mehle mit Backpulver, Zucker, Zimt, Vanille und Salz in einer Schüssel gut miteinander vermischen. Öl und Mineralwasser in einem separaten Gefäß vermischen. Die Mischung zu den trockenen Zutaten geben und gut miteinander verrühren bis ein homogener Teig entstanden ist. Diesen in eine gefettete bzw. mit Backpapier ausgelegte Springform füllen, glatt streichen und im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad 25-30 Minuten backen, bis der Kuchen eine goldbraune Farbe hat (Stäbchenprobe nicht vergessen). In der Form kurz abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter komplett erkalten lassen.

Anschließend den Kuchen mit den Händen fein zerbröseln. Die Banane(n) in feine Scheiben schneiden.
Die Brösel als erste Schicht 3-4 cm hoch in ein Dessertglas füllen. Darauf 2-3 TL Dattelkaramell geben, einige Bananenscheiben und 2-3 TL der Kokoscreme. Den Vorgang wiederholen bis das Glas voll ist. Die weiteren Dessertgläser auf die gleiche Weise befüllen.

Die gehackten/gehobelten Haselnüsse in einer kleinen Pfanne ohne Fett rösten, bis sie duften und leicht gebräunt sind. Abkühlen lassen. Die Schokolade fein raspeln oder hacken. Anschließend Nüsse und Schokolade auf die Gläser streuen und mit Bananenscheiben dekorieren. Servieren und genießen.

Haselnuss-Kokos-Banoffee-Dessert

 

  • TIPP: Manchmal ist die Suche nach passenden Dessertgläsern gar nicht so einfach. Eine super Auswahl gibt es bei Ladenzeile – auch toll zum Stöbern und Inspirieren lassen.
  • VARIANTE: Natürlich können die Haselnüsse gegen Wal-, Erd- oder Pecannüsse getauscht werden und mit einem Esslöffel Kakao im Teig wird aus dem Kuchen eine schokoladige Variante. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

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